Wie finde ich den richtigen Laufschuh?

Es gibt viele verschiedene Laufschuhe, aber nicht jeder ist automatisch für dich geeignet. Deshalb gehen wir der Frage auf den Grund, anhand welcher Kriterien du deine passenden Schuhe für’s Laufen findest. Es gibt ein paar Dinge, auf die du achten solltest. Fangen wir an!

1. Die richtige Größe:

Das klingt vielleicht trivial, aber viele Hobbysportler tragen oftmals nicht die richtige Schuhgröße. Wird zum Beispiel ein Schuh als sehr eng oder besonders grobschlächtig empfunden, wird schnell mal auf die nächste Größe gewechselt. Aber hast du auch bedacht, dass sich das Material vielleicht noch ausdehnt oder dass du im Sommer angeschwollenere Füße hast als sonst?  

Dir gefällt zwar das Design des Schuhs, aber dir passt weder die kleinere noch die größere Größe und bräuchtest eigentlich eine Zwischengröße? Mein Rat: Such dir andere! Mach deinen Kauf in erster Linie nicht davon abhängig, ob dir der Schuh gefällt. Die Größe muss auf alle Fälle passen. Als Richtlinie für den Abstand zwischen großer Zehe und Schuhspitze kannst du eine Daumenbreite ansetzen.

Am besten lässt du dich in einem Sportfachgeschäft beraten und ausmessen, um deine passende Schuhgröße zu erfahren.
2. Material: Dämpfung und Flexibilität bzw. Stabilität als Kriterien

Grundsätzlich rate ich dir zu Schuhen mit hoher Flexibilität und geringerer Dämpfung. Warum? Hohe Flexibilität fördert ein natürliches Abrollverhalten und sorgt für einen starken Trainingseffekt. Trotzdem, vier Sachen beeinflussen die Auswahl deiner Schuhe. Diese solltest du im Hinterkopf behalten.

Fängst du gerade erst mit dem Laufen an oder bist du übergewichtig, rate ich dir zu Schuhen mit größerer Dämpfung und Stabilität. Dein Bandapparat (speziell Knie- und Sprunggelenk) sollte sich erst an die Belastung gewöhnen und benötigt am Anfang zusätzliche Unterstützung. Für dich sind Dämpfungsschuhe geeignet.

Bist du allerdings schon fortgeschrittener Läufer mit kräftigem Sprunggelenk und ausgeprägter Muskulatur empfehle ich dir Schuhe mit mehr Flexibilität und weniger Dämpfung. Für dich sind Neutralschuhe mit geringer Dämpfung, und keiner Pronationsstütze (verhindert ein zu starkes Einknicken des Fußes nach innen) oder Leichtgewichtsschuhe sinnvoll.

Schuhe mit hoher Dämpfung nehmen dem Fuß wichtige Muskelarbeit ab und entlasten ihn zu viel. Doch gerade dieser Trainingseffekt ist ein wesentlicher Vorteil regelmäßigen Laufens. Nutze ihn! 

Läufst du hauptsächlich auf hartem Untergrund wie einer geteerten Straße oder einem Laufband, empfehle ich dir Schuhe mit etwas mehr Dämpfung. 

Läufst du allerdings auf weichem Untergrund wie einem Waldweg rate ich dir dagegen zu geringerer Dämpfung. 

Achte darauf, wie du läufst. Hast du eher einen Fersen- oder Rückfußlauf, einen Mittelfußlauf oder einen Ballen- oder Vorfußlauf? Jeder dieser Laufstile hat seine Vor- u. Nachteile und Verwendungen. Beispielsweise ist der Fersenlauf für Dauerläufe oder Bergablaufen geeignet, währenddessen der Ballenlauf eher für Sprints oder Mittelstrecken. Wenn du dich jetzt aber fragst, was denn der perfekte Laufstil ist, lass dir sagen: den perfekten Laufstil gibt es gar nicht. Die Mischung macht’s! Aber zurück zum Thema: Finde heraus, welcher dein Laufstil ist und passe diesen eventuell an dein Ziel, sprich deine Entfernung, an. Dein Laufstil wählt die Laufschuhe, nicht umgekehrt!

Zu guter Letzt: die Fußform. Schau dir deine Füße einmal genau an. Was fällt dir auf? Wie breit sind sie? Hast du besonders schmale oder breite Füße? Sind sie gleich lang? Hast du vielleicht einen Senk-, Spreiz- oder Plattfuß? Allerdings rate ich dir bei letzterem, nicht gleich mit übermäßiger Korrektur wie speziellen Einlagen oder Schuhen entgegenzuwirken. Mach dir erst einmal Gedanken über mögliche Ursachen. Meistens hilft es, deine Sprunggelenke und das dortige Bindegewebe zu stärken und die Fuß- und Wadenmuskulatur zu trainieren. 

Kläre den Schuhhändler auch über dein übliches "Laufverhalten" auf. Erzähl ihm, wie oft du auf welchem Untergrund unterwegs bist und welche Schuhe du aktuell nutzt. Du kannst ihm auch ein paar alte Schuhe mitnehmen. Aus der Abnutzung bzw. dem Abrieb lassen sich einige zusätzliche Informationen ablesen.
Trailschuhe

Wenn du viel durch die Natur läufst, ist vielleicht ein  „Trailschuh“ für dich geeignet. Dieser bietet ein ausgeprägtes Profil der Außensohle, um einen möglichst guten Halt im Gelände zu geben. Meist finden sich auch ein extra Stabilisationselement und eine härtere Zwischensohle. Das Obermaterial ist vor allem auf Haltbarkeit ausgelegt. Es ist besonders reißfest, wasserabweisend und gut vernäht, um den Elementen der Natur möglichst lange Stand zu halten.

Wie oft du läufst, bestimmt die Anzahl deiner Schuhe

Richtig gelesen! Die Häufigkeit der Nutzung spielt eine entscheidende Rolle!

Wenn du ein- bis zweimal die Woche laufen gehst, reicht ein Paar Schuhe. Solltest du aber öfter unterwegs sein, ist es sinnvoll zwischen mehreren Modellen durchzuwechseln. Dies schult deinen Körper, sich immer wieder an neue Strukturen, Dämpfungs- und Stabilisationsgrade anzupassen. Außerdem beugt der Wechsel Über- und Fehlbelastung bestimmter Fußregionen vor. 

Gerade für Schuhliebhaber also das perfekte Alibi, um sich gleich mehrere Paare zu kaufen! 😉

Viele Sportfachgeschäfte bieten auch eine meist kostenlose Laufstilanalyse an. Dabei werden die einzelnen Laufphasen mit einer Kamera aufgezeichnet und ausgewertet. Nutze diese und lass dich beraten!
Fazit:

In diesem Fall machen nicht Kleider die Leute, sondern Schuhe die Läufer!

 Investiere also ein wenig Zeit in deine Füße. Analysiere sie und mach dir klar, welchen Laufstil du hast und welches Ziel du anstrebst. Vergiss bei deinen Überlegungen für den nächsten Schuhkauf nicht den Untergrund, auf dem du läufst, mit einzubeziehen.