Trainieren bei Krankheit – unbedenklich oder sogar gefährlich?

Sich aufraffen zum Sport oder doch besser ausruhen? In diesem Artikel erfährst du, wann du unbesorgt weiter trainieren kannst und wann du lieber eine Trainingspause machen solltest.

Endlich Frühling! Das Wetter stimmt zwar noch nicht so ganz, trotzdem stehen die Pläne für die Strandfigur im Sommer! Der Speck vom Winter muss runter. Du bist super motiviert und freust dich auf einen langen Lauf durch den Wald oder ein tolles Training im Gym. 

Und dann das!

Am nächsten Morgen schmerzt der Hals, die Glieder sind schwer. Der Kopf dröhnt und die Nase läuft. Statt fit und energiegeladen fühlst du dich eher vom Zug überrollt.

Was nun? Sich zurück ins Bett schleppen oder sich trotzdem aufraffen und sein Programm durchziehen?

Bei fiebrigen Infekten ...

Grundsätzlich gilt: Ist Fieber im Spiel, solltest du die Finger vom Sporttreiben lassen. Fieber tritt meistens im Zuge eines viralen Infekts auf: die typische Frühlingserkältung mit Husten, laufender Nase und Gliederschmerzen. Bei einer solch ausgeprägten Influenza (=Grippe) ist das Immunsystem bereits durch das „Bekämpfen der Viren und/oder Bakterien“ stark beansprucht und geschwächt. 

Vorsicht Herzmuskelentzündung!

Zusätzliche körperliche Belastung wie das übliche Trainingspensum gilt als weiterer Stressfaktor und Schwächung für den Körper. Es regt u.a. die Durchblutung an. Das wiederum erleichtert den Krankheitserregern, zum Herzen zu wandern. So kann es zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung, einer sogenannten Myokarditis kommen.

Eine Myokarditis ist eine ernste Angelegenheit. Bei schweren und andauernden Herzmuskelentzündungen kann eine tödlich endende  Herzschwäche die Folge sein. Deshalb ist dann eine absolute Schonung über Wochen und Monate notwendig!

Aber keine übermäßige Angst: Eine Myokarditis ist eher selten. Sie kann aber entstehen, wenn du deinem (kranken) Körper nicht genügend Zeit gibst, sich zu regenerieren.

Bei leichten Erkältungssymptomen ohne Fieber ...

Sind allerdings nur sehr leichte Erkältungssymptome wie eine laufende Nase vorhanden, haben Studien bewiesen: Moderates, leichtes Training beeinflussen die Symptome bzw. den Krankheitsverlauf nicht negativ. 

Im Gegenteil: bei geschwollenen Nasennebenhöhlen und der üblichen Erkältung ist bspw. ein Spaziergang an der frischen Luft sogar wohltuend und wirkt zugleich abschwellend. 

Ich rate dir sehr, auf dein eigenes Körpergefühl zu hören: Fühlst du dich schlapp, schwach und willst ins Bett, dann solltest du auch genau das tun. Hast du jedoch das Gefühl, dass dir leichtes Walking oder Joggen gut tut, dann einfach warm anziehen und ab nach draußen! 

Okay, Sportpause während der Krankheit, aber wann kann ich wieder mit dem Training anfangen?

Pauschal gesagt: dann, wenn du dich wieder fit und gesund fühlst. Sprich wenn alle Erkältungssymptome und die Schlappheit verschwunden sind. 

Nach fiebrigen Infekten empfehle ich dir allerdings circa eine Woche zu warten, bevor du wieder mit einem moderatem Training anfängst. Der Körper muss sich von der Virenbekämpfung erst noch erholen. Wer sich nicht ganz auskuriert, riskiert ein Rezidiv (Rückfall).

Achte auch darauf, dass du langsam anfängst und dich nach und nach steigerst. Ein besonders intensives Workout gleich zu Beginn wäre fehl am Platz. Hab ein wenig Geduld mit deinem Körper – er wird es dir danken! 

Auf einen Blick: Do's and dont's zum Thema Sport bei Krankheit
  • Bei leichten Symptomen: moderates Training (z.B. Walking oder Joggen)
  • Bei Abgeschlagenheit: gönne deinem Körper Ruhe
  • Bei Fieber: lasse die Trainingseinheiten ausfallen
  • Trinke viel und achte auf eine gesunde vitaminreiche Ernährung 
  • Auf Oma hören: Schlafen ist die beste Medizin
  • Trotz starkem Krankheitsgefühl/Fieber trainieren
  • intensives Cardio- oder Krafttraining
  • Sofort nach Genesung wieder Vollgas trainieren
  • Bei Gliederschmerzen einfach eine Schmerztablette einschmeißen und trainieren
  • Die Grippe „rausschwitzen“ wollen und deswegen noch ein extra Cardiotraining einbauen
  • Kalorienreduzierte Diätkost vermeiden: der Körper braucht gerade bei Krankheit viel Energie!